Wasserblasen Dämmen mit Wasser

Dämmen mit Wasser

Derzeit werden Immobilien in der Mehrheit durch Styropor vor Energieverlusten geschützt. Das könnte bald anders sein. Wir wissen: Wasser kann wärmen und kühlen. Dieses Prinzip nutzt ein Forschungsteam der Friedrich-Schiller-Universität in Jena zur Entwicklung einer neuen Fassade. Unter Beteiligung der Industrie werden Fassaden- und Fenstermodule entwickelt, in denen eine Flüssigkeit zirkuliert, die Wärme zu- und abführen kann. Dadurch wird Dämmen mit Wasser möglich.

Im Sommer absorbiert das Wasser die Wärme

Bildquelle: www.ingenieur.de

Im Sommer sammelt das Wasser die Wärmestrahlung der Sonne ab, damit das Gebäude innen kühl bleibt. Eine zusätzliche sommerliche Kühlung wird überflüssig. Im Winter isoliert das Wasser, welches mit einem Frostschutzmittel verdünnt wird. Das Wasser dient bei dieser Technik vor allem als Puffer- und Speichermedium für Wärme. Besonders in der in der Übergangszeit, im Herbst und Frühling, wird das erwärmte Wasser der Fassade für den Betrieb von Wärmepumpe genutzt, die die Heizungsanlage unterstützt. Die ersten Prototypen dieser Module werden schon bei Wind und Wetter getestet.

Fassade verhindert Aufheizung im Innenraum

Das bei Bauexperten bekannte sommerliche Problem des Wärmeeintrags über Glasflächen könnte dadurch bald gelöst werden. Die Glasmodule sind nicht dicker als normale Fensterscheiben. In ihnen verlaufen dünne Kanäle, durch die eine farblose Flüssigkeit auf Wasserbasis geleitet wird. Die Leitungen sind im Glas kaum sichtbar. Solche Scheiben könnten in Zukunft sogar mehrschichtige Glaskonstruktionen ersetzen. Auch als Fassadenelemente lassen sie sich einsetzen, denn die Flüssigkeit lässt sich einfärben. Die Tafeln können so auch gestalterisch genutzt werden. Die Vision, ein Gebäude in Zukunft mit Wasser statt mit Styropor-Dämmung einzukleiden, könnte Realität werden.

Dämmen mit Wasser nutzt Energie aus

Die ins Medium eingetragene Energie geht nicht verloren. Sie kann beispielsweise zum Betrieb von Wärmepumpen eingesetzt werden. Die Technologie hat inzwischen das Labor verlassen und wird unter verschiedenen klimatischen Bedingungen im Modell getestet. Koordiniert wird das Projekt am Otto-Schott-Institut für Materialforschung in Jena. Beteiligt sind die Bauhaus Universität Weimar sowie die SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH und elf weitere Partner. Das Projekt ist von der Europäischen Kommission gefördert. Hier findest du den detaillierten Artikel in der Wiley Online Library.