Dämmen mit EPS Dämmung

Dämmen von Außenwänden

Baumart: Buche
Form: Normal gewachsene – im Bestand
Höhe: 23 m
Durchmesser: 30 cm (bei 1,30m Stammhöhe)
Gesamt CO2 Einlagerung im Laufe von 80 Jahren:  1.000kg

Um 1.000 kg CO2 aufnehmen zu können, muss der Baum 80 Jahre wachsen. Pro Jahr bindet eine Buche 12 kg des Treibhausgases. Wenn eine Person von Düsseldorf nach Berlin und zurück fliegt, entstehen 300 kg CO2 – etwa die gleiche Menge CO2 entsteht bei 1000 km Fahrt mit dem Auto. Jeder EU Bürger verursacht pro Jahr 9.100 kg CO2. Um den Klimawandel aufzuhalten darf jeder maximal 2.000 kg CO2 verursachen (Quelle: Myclimate).

Fakten zur Fassadendämmung

Algen bilden sich an gedämmten Fassaden, weil nach der Bewitterung durch Regen die Feuchtigkeit nur langsam abtrocknet. Die Wandoberfläche ist kalt ist. Ohne eine Dämmung, würde die Innenwärme die Aussenwand aufwärmen, wodurch die Wand außen schneller abtrocknen würden.

Experten schätzen, dass Dämmung aus Polystyrol nach 30 Jahren abgängig sind. Wie mit dem problematischen Baustoff in Zukunft umgegangen werden soll, wird in Fachkreisen noch diskutiert.

5 kg Erdöl werden benötigt, um 1 kg Polystyrol zu erzeugen! Die problematischen Inhaltsstoffe machen die Entsorgung von Dämmplatten teuer: 150 € /to. Die Entsorgung ist schwierig, da die verklebten Schichten (Kleber, Dämmung, Armierung, Putz, Beschichtung) vor der Verwertung/Verbrennung voneinander getrennt werden müssen. Forscher arbeiten an technischen Lösungen, um die Verbundstoffe zu separieren und einer Nachnutzung zuzuführen …

Die Bundesregierung hat ambitionierte Klimaziele und subventioniert Baumaßnahmen mit KfW-Darlehen und steuerlichen Vorteilen. Wer Heizkessel oder Fenster tauscht, kann davon profitieren. Gerade letzteres ist nicht unumstritten – Es gibt Zweifel daran, ob die Dämmung alter Gebäude immer wirtschaftlich sinnvoll ist. Um den CO2-Ausstoß deutlich zu senken, sollen Hausbesitzer in Wärmedämmung investieren. 

Hier gehts zum Sanierungskonfigurator des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Ressourceneffizienz

Ein altes Haus aus den 60er Jahren mit einer Grundfläche von 120 m² verbraucht für Heizung ca. 1.600 l Heizöl. Weniger als die Hälfte der Energie des Heizöls würde reichen, um eine 25 cm dicke Polystyroldämmung für dieses Gebäude zu produzieren. Diese würde den Wärmeverbrauch des Gebäudes über Jahrzehnte deutlich reduzieren. In der Praxis würde sich die EPS Dämmung schon nach einer Heizperiode bezahlt machen. Natürlich muss man berücksichtigen, dass i.d.R. weitere Maßnahmen (Fenster, Heizung) erneuert werden. Die Armotisation dieser Investitionen müsse separat berechnet werden.

Quelle: Ressourceneffizienz von Dämmstoffen

Weniger Energieverbrauch durch Wärmedämmung

Kernaussagen:

Auch Altbauten können echte Klimaschützer (90 % Energieeinsparung) werden, wenn sie fachgerecht saniert werden. Das belegen Untersuchungen der Deutschen Energie-Agentur (Dena). Sanierte Gebäude verbrauchen im Schnitt 60 % weniger Energie. Werden strombetriebenen Wärmepumpen genutzt, können es im Schnitt sogar mehr als 80 % sein. Voraussetzung ist die richtige Wahl der Strategie  Die Praxis sieht leider anders aus. Die Klimaschutzziele der Bundesregierung werden nicht erreicht, wenn es so weiter geht. Bis 2050 soll ein „nahezu klimaneutraler Gebäudebestand“ erreicht werden – diese CO2-Einsparungen werden allerdings deutlich verfehlt. Grund ist die zu geringe Sanierungsrate. Zur Zielerreichnung müssten 2-3 Prozent der Altbauten pro Jahr modernisiert werden, in der Realität sind es weniger als 1%.

Energetische Sanierung im Gebäudebereich sind für die Energiewende von zentraler Bedeutung. Heizung, Warmwasser und Kühlung brauchen 1/3 der in Deutschland verbrauchten Energie. Dabei entstehen rund 40 % der CO2 Belastung. Es kommt besonders auf die Modernisierung von Altbauten an.

Bei der Gebäudesanierung fehlt ein breit akzeptiertes Leitbild, denn die Menschen denken nicht an dauerhafte Wertsteigerung, höheren Wohnkomfort und Klimaschutz, sondern an steigende Mieten, hässliche Fassaden und Öko-Gentrifizierung. Es müssen positive Visionen entwickelt werden und wir brauchen flexiblere Konzepte für die Sanierung unterschiedlicher Gebäudetypen und für unterschiedliche Eigentümergruppen (private Hauseigentümer, Wohnungsbaugesellschaften, Mieter). Das aktuelle Konzept basiert darauf den Energieverbrauch durch Fassadendämmun, Dachdämmung sowie Fenstertausch abzusenken. Viele Experten fordern achbesserungen und Ergänzunen, weil die vorgedachten Konzepte noch lange nicht bei allen Altbauten greifen. Eine Sanierung auf Passivhaus-Niveau ist oft technisch unverhältnismäßg teuer oder gar nicht möglich. Nicht selten verhindert Denkmalschutz zum Beispiel eine Dämmung der Außenwand. Es wäre daher wünscenswert, wenn die Wärmeversorgung noch schneller als bislang geplant auf erneuerbare Energien umgestellt wird: Dezentrale Wärmepumpen, Solarwärme oder schadstoffarme Holzheizungen. Wärmepumpen sollten idealierweise mit Strom aus der hauseigenen Photovoltaikanlage betrieben werden. Ökostrom sollte zur Gewinnung der Energiegase Methan oder Wasserstoff genutzt werden, die dann über das Erdgasnetz verteilt, zur Wärmeerzeugung und gekoppelten Strom- und Wärmeerzeugung eingesetzt werden. Industrie-Abwärme kann in Fernwärmenetze eingespeist werden. Anders als bei Biogasen, gibt es bei Ökostrom, Solarwärme, Geothermie und Abwärme gibt noch großes Ausbaupotenzial“,

CO2 Steuer ist besser als ewig vom Dämmen zu schwärmen

Wer brauchen technikoffene Lösungen, statt immer nur das Lied vom ,Dämmen lohnt sich zu sinden. Dämmen lohnt sich nämlich nicht immer… Anstatt am Einzelgebäude jedes letzte Details auszureizen, sind Quartierlösungen für Einsatz regenerativer Energien und von Speichersystemen prädestiniert. Inwischen verlieren selbst Experten die Übersicht, denn es gibt über 9000 unterschiedliche Förderungen von Bund, Ländern, Kommunen und Energieversorgern. Fördermechanismen sollten sich viel mehr an der CO2-Minderung ausrichten und weniger an technischen Details. Ich halte EInführung einer CO2-Steuer als Instrument der Steuerung für längst überfällig.

Rechnet sich Wärmedämmung

Grafik Wärmeverlust Haus GebäudeNachträgliche Wärmedämmung ist teuer. Beispiele: Das Dämmen von 1 m² Außenfassade mit einem WDVS aus Polystyrol kostet ca. 130€. Das Dämmen von Innenwänden ist ähnlich aufwändig und bauphysikalisch sehr anspruchsvoll. Für das nachträgliche Dämmen eines Daches entstehen Kosten von ca. 150€/m². Für die energetische Sanierung eines kompletten Einfamilienhauses kommen schnell fünfstellige Summen zusammen.

Ob und wann Dämmen wirtschaftlich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Der Zustand des Gebäudes, der Energiepreis und natürlich auch das Nutzerverhalten nach der Energetischen Sanierung. Mit einer individuell geplanten Dach- und Fassadendämmung  lassen sich normalerweise 30 bis 40 Prozent Heizkosten einsparen. Das zeigen Analysen der Klimaschutzkampagne co2online. Die Betonung liegt allerdings auf „individuell geplant“, denn Fehler bei der Planung und Ausführung wirken sich bei einer Nutzungsdauer von 30 bis 50 Jahren empfindlich aus.

In der Mehrzahl der Fälle ist eine nachträgliche Wärmedämmung wirtschaftlich sinnvoll. Darin sind sich die Experten weitgehend einig, wenn man einen entsprechenden Nutzungszeitraum danach unterstellt. Entscheidend ist, dass die Maßnahme zum Gebäude passt. In Altbauten lässt sich nur begrenzt die neueste Haustechnik einbauen. Die Sanierung lohnt sich dann nur bis zu einem gewissen Grad, weil die optimalen Voraussetzungen einfach nicht gegeben sind. Beispiel: Fehlende Dämmung unter der Bodenplatte – lässt sich nicht nachträglich erstellen.

Hausbesitzer profitieren nicht nur von geringeren Energiekosten, sondern auch von der Wertsteigerung des Gebäudes. Inwieweit sich die Sanierung auch für Mieter rechnet, ist allerdings fraglich. Jährlich dürfen Vermieter bis zu elf Prozent der Sanierungskosten auf die Jahresmiete aufschlagen. Theoretisch bleibt die Gesamtbelastung fast gleich, weil die Heizkosten sinken. In der Praxis sind diese Heizkostenersparnisse aber keineswegs garantiert. Der Deutsche Mieterbund fordert deshalb, dass auch der Erfolg der Sanierungsmaßnahmen bei der Mieterhöhung berücksichtigt werden muss.

Wärmedämmung ist brandgefährlich
Am Boden vor dem Häuserblock brennen Müllcontainer und Minuten später steht die komplette Fassade lichterloh in Flammen. Der Großbrand in Delmenhorst im Jahr 2011 war nur einer von über 50 Fällen, in denen Fassadendämmungen aus Polystyrol in Flammen aufgingen. Polystyrol, also Styropor, ist mit Abstand der beliebteste Dämmstoff in Deutschland, denn er ist billig und praktisch – und leider auch leicht entzündlich. Je dicker die Dämmstoffplatten sind, desto gefährlicher.

Um die Risiken zu minimieren, werden Polystyrolplatten mit Flammschutzmitteln behandelt, außerdem sehen die Bauordnungen der Länder verschiedene Sicherheitsmaßnahmen vor. So können Brandschutzriegel oder Sturzschütze über den Fenster verhindern, dass sich Brände über die Fassade ausbreiten. Das klappt aber nicht immer, wie die Brände zeigen.

Das Forschungsinstitut für Wärmetechnik hat die bekannten Brandfälle im Rahmen einer Metastudie genauer untersucht und stieß auf eine „Gemengelage mit Interessenskonflikten zwischen Lobbyisten, Pfusch am Bau, unklaren Regelungen auf nationaler und europäischer Ebene und den Erfordernissen der Energiewende“. In vielen Fällen könne aber Entwarnung gegeben werden. Oft seien bei den Bränden Baumängel im Spiel gewesen, manchmal brannte die Fassade auch schon im unfertigen Zustand.

Bei fachgerechtem Einbau sollte das Brandrisiko also überschaubar sein. Wer ganz sicher gehen will, der kann auch auf mineralische Dämmstoffe ausweichen. Sie sind nämlich nicht brennbar.

Wärmedämmung verursacht Schimmel
Der Vorwurf: Gedämmte Wände können nicht atmen und dadurch kommt es zu Schimmel. Ein Irrtum. Schimmel entsteht nicht durch zu dichte Wände, sondern dann, wenn warme Raumluft mit hoher Luftfeuchtigkeit an kalten Außenwänden kondensiert. Eine fachgerechte Dämmung hält die Wände warm, deshalb sollte es hier eben gerade nicht zu Schimmel kommen.

Doch auch in gedämmten Gebäuden gibt es Wärmebrücken, an denen die Luft abkühlt. Am Fenster etwa oder an Balkonplatten. Damit sich hier kein Tauwasser festsetzen kann, ist regelmäßiges Lüften unerlässlich. Ungedämmte Gebäude lüften sich zum Teil von selbst – nicht über das Mauerwerk, sondern über Fenster und Türen, die nicht besonders dicht sind. Bei einem gedämmten Gebäude muss man dagegen selbst für regelmäßigen Luftaustausch sorgen. Wer das versäumt, bekommt wahrscheinlich tatsächlich ein Schimmelproblem.

Die Fassaden veralgen
Gedämmte Wände werden nicht von innen gewärmt, Regenwasser trocknet also nicht so schnell wie auf ungedämmten Fassaden und Luftfeuchtigkeit kondensiert. Die hässliche Folge: Algenbildung. Doch der grau-grüne Belag ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern unter Umständen auch gesundheitsschädlich. Dort, wo es feucht ist, gedeihen auch Schimmelsporen prächtig und sie können beim Lüften ins Haus gelangen. Besonders betroffen sind Häuser mit Nord- oder Westausrichtung oder nahe am Wald.

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Wie auch sonst beim Thema Dämmung lassen sich auch hier durch sorgfältige Planung Schäden vermeiden. Bei Neubauten können Dachüberstände oder Tropfkanten an den Fensterbänken eine dauerhafte Durchfeuchtung verhindern. Außerdem spielt die Wahl des Putzes eine Rolle. Mineralische Putze trocknen schneller und können die Feuchtigkeit relativ gut puffern. Eine Alternative sind kunstharzbeschichtete Systeme, die Wasser einfach ablaufen lassen. Eine andere Möglichkeit, die allerdings nicht jedem behagen dürfte, sind biozidhaltige Anstriche.

Die Entsorgungsfrage ist ungeklärt
Idealerweise hält die Fassadendämmung 40 bis 50 Jahre, danach muss sie entsorgt werden. Bei Mineralwolle oder Schüttdämmstoffen wie Altpapierflocken ist Wiederverwertung kein Problem. Auch Hartschaum kann zu Granulat verarbeitet und weitergenutzt werden. Aber wohin mit den vielen tausend Hektar Styoporplatten, die ab 2040 von den Häusern gekratzt werden? An sich kann auch Styropor recycelt werden, das ist bei den Platten aus der Wärmedämmung aber nicht so einfach, denn sie sind unter anderem mit Klebern und Putzmaterial verunreinigt. Im Moment landen deshalb über 75 Prozent der Styopor-Dämmstoffe in der Müllverbrennung, in den nächsten Jahrzehnten dürfte auch an den Recyclingmöglichkeiten weiter geforscht werden. Als Sondermüll müssen die Platten aber auch schon heute nicht entsorgt werden.

ämmen ja, aber wie dick? Das ist eine der häufigsten Fragen, die sich Hauseigentümer stellen, wenn sie ihr Haus gegen Wärmeverlust schützen möchten. Wie so oft im Bauwesen lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten. Denn die Stärke eines außen am Gebäude angebrachten Wärmedämmverbundsystems (WDVS) hängt von vielen Faktoren ab und muss individuell für das einzelne Gebäude berechnet werden. Daher empfiehlt es sich für Sanierer, von Anfang an einen erfahrenen Fachhandwerker oder einen Energieberater ins Boot zu holen. Anhand der Gebäudedaten kann der Experte die notwendige Dämmstoffdicke ermitteln, verschiedene Maßnahmen und Kombinationen von Maßnahmen vergleichen und hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit betrachten. Übrigens: Für eine „Vor-Ort-Beratung“, bei der ein qualifizierter und unabhängiger Energieberater das Haus genauer unter die Lupe nimmt, gibt es über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (www.bafa.de) einen staatlichen Zuschuss.

Wer sein Haus mit einem WDVS umhüllt, muss neben den Bestimmungen zum Mindestwärmeschutz auch die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) einhalten. Die EnEV enthält allerdings keine konkreten Vorschriften zur Dämmstoffdicke, sondern gibt für Bestandsgebäude einen maximalen Wärmedurchgangskoeffizienten, kurz U-Wert, vor. Dieser Höchstwert bezieht sich nicht allein auf den angebrachten Dämmstoff, sondern auf das gesamte Bauteil. Bei Außenwänden spielt somit für die Ermittlung der notwendigen Dämmstoffdicke auch eine Rolle, welcher Wandaufbau darunter vorhanden ist. Ein Vergleich verdeutlicht dies: Eine Mauer aus Hohlblockziegeln wird in der Regel einen besseren Dämmwert aufweisen als eine Betonwand und daher auch eine geringere Dämmstoffdicke als die Betonwand benötigen. Die Energieberaterin und Lehrstuhlinhaberin an der Fakultät für Architektur und Bauwesen der Hochschule Augsburg, Susanne Runkel, nennt ungefähre Richtwerte für den notwendigen Dämmaufwand: „Für Außenwände im Bestand ist bei einem Bauteilverfahren ein U-Wert von 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m2K) nicht zu überschreiten, was einer Mindestdämmstoffdicke von etwa 14 bis 18 Zentimetern entspricht.“

Einen Einfluss auf die Dicke des Dämmstoffs hat zudem das Dämmmaterial selbst. Je besser es dämmt, desto dünner kann die Dämmschicht ausfallen. Üblicherweise besitzen pflanzliche Dämmstoffe wie Holzweichfaser oder Zellulose etwas höhere Wärmeleitfähigkeitswerte (ca. 0,04 W/mK) als Polystyrol oder Mineralfaser (ca. 0,035 W/mK). Dadurch muss mit Naturdämmstoffen etwas dicker gedämmt werden, um die gleiche Wirkung zu erzielen. „Extrem niedrige Wärmeleitfähigkeitswerte haben Vakuum-Isolationspaneele, die nur wenige Zentimeter dick sind. Deren Nachteil ist jedoch der hohe Preis sowie die schwierige Kontrollmöglichkeit der Funktionstüchtigkeit“, erklärt Expertin Runkel.

Wer KfW-Fördermittel für die Dämmung der Gebäudehülle beantragen möchte, muss die gesetzlichen Mindestvorgaben überschreiten, also meist dicker als 20 Zentimeter dämmen. Bei einem Passivhaus sind sogar Dämmstärken von 30 Zentimetern und mehr nötig. „Ein Blick auf unsere skandinavischen Nachbarn zeigt, dass dies dort ganz selbstverständlich und damit Standard ist“, sagt Susanne Runkel. Denn mehr Dämmung bedeutet einen niedrigeren Energieverbrauch und damit weniger Energiekosten. Aufgrund der Energieersparnis amortisieren sich die Investitionskosten innerhalb einiger Jahre.

Doch gilt dies nur bis zu einem gewissen Punkt. Irgendwann lohnt es sich nämlich nicht mehr, noch einen Zentimeter mehr Dämmung draufzupacken. So zeigen Untersuchungen des Forschungsinstituts für Wärmeschutz e. V. München (FIW) unter der Leitung von Andreas Holm, dass die möglichen Energieeinsparungen nicht linear mit jedem zusätzlichen Zentimeter Dämmung wachsen. Die Folge: Je mehr die Dämmschicht über das gesetzliche Mindestmaß hin­ausgeht, desto weniger Energie spart man prozentual gesehen, und desto länger dauert auch die energetische Amortisation.

Dicker gleich besser?
Für Susanne Runkel ist die Wirtschaftlichkeitsberechnung daher eine der wesentlichen Aufgaben eines Energieberaters. Denn der Fachmann kann ermitteln, „welcher Aufwand zum Erreichen eines bestimmten energetischen Niveaus für Förderungen erforderlich ist und ob dieser sich lohnt“. Besonders wirtschaftlich sind Dämmmaßnahmen an der Fassade, wenn ohnehin Sanierungsarbeiten wie ein neuer Putz oder Anstrich anstehen.

Je dicker die Dämmung auf der Fassade wird, desto mehr ist auch darauf zu achten, dass es durch den Aufbau keine Verschattung der Fenster gibt. Susanne Runkel kennt das als „Schießscharten-Effekt“ bekannte Problem, das sich jedoch mit relativ einfachen Maßnahmen verhindern lässt: „Wenn die Laibungen – also die seitlichen Wandflächen in Fensteröffnungen – abgeschrägt werden, dringt mehr Licht in den Innenraum. Zudem können Brüstungen entfernt und somit das Fenster bodentief ausgeführt werden, was den Lichteinfall enorm erhöht. Außerdem sollte man einen Dämmstoff mit einer sehr niedrigen Wärmeleitfähigkeit wählen, um die Dämmstärke zu reduzieren.“ In vielen Fällen bietet es sich an, diese Maßnahmen miteinander zu kombinieren, damit das Haus energetisch und optisch fit für die nächsten Jahrzehnte wird.

Quellen: Umweltbundesamt

https://www.hurra-wir-bauen.de/energie-sparen/waermedaemmung/macht-daemmen-sinn

https://www.hurra-wir-bauen.de/energie-sparen/waermedaemmung/fassadendaemmung

https://www.energie-lexikon.info/einwaende_gegen_waermedaemmung.html

http://www.enev-online.org/enev_2009_praxisdialog/091212_dibt_baubestand_nachruestpflicht_ungedaemmtes_dach.htm

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/co2-ausstoss-2016-deutschlands-emissionen-erneut-angestiegen-a-1189488.html

https://www.energieheld.de/blog/durchschnittliche-waermeverluste-eines-hauses/

 

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