Nach Auswertung der Bodengutachten wurden Baggerschürfe durchgeführt. Auf der Baustelle wurde bereits in 1,50 Tiefe Grundwasser angetroffen. Zusammen mit einer Trägerbohlwand kommt die geschlossene Wasserhaltung zum Einsatz. Eine günstigere offene Wasserhaltung kam nicht in Frage. Die hydraulische Berechnung hat gezeigt, dass die Wassermengen mit einer offenen Wasserhaltung nicht zu bewältigen sind. Bei der geschlossenen Wasserhaltung wird Grundwasser über Leitungen, Rohre und Dränagen aus Brunnen innerhalb oder außerhalb der Grube entnommen und abgeführt. Die Absenkung des Grundwassers erfolgt je nach Verhältnissen durch Schwerkraft oder unter Vakuum – in diesem Fall unter Vakuum. Da das bloße Abpumpen von Grundwasser aus der Baugrube bei einer Trägebohlwand nicht funktioniert (Wasser würde durch die Bohlen in die Grube sickern), senkt man den Grundwasserspiegel rund um die Baugrube über Saug-Brunnen ab. Die geschlossene Wasserhaltung ist aufwendiger, weil rund um die Baugrube Lanzen ins Erdreich getrieben werden. Über die daran angeschlossen Rohre (im Foto gelb zu erkennen), wird tief im Erdreich unterhalb der späteren Bodenplatte das ankommende Grundwasser abgepumpt. In der Grube selbst tritt kein Grundwasser offen aus. Das wäre bei der offenen Wasserhaltung der Fall. Vor dem ersten Baggerhub wurden Brunnen gesetzt, Leitungen verlegt und Pumpen installiert. Verantwortlicher Unternehmer: Karl Lenders Brunnebau .
Allgemeines zur geschlossenen Wasserhaltung
Wie stark abgesenkt wird, bestimmen Größe der Baugrube, die Lage, der Bodenaufbau und die Durchlässigkeit. Durchlässige Kies- und Sandböden lassen das Wasser von selbst in die Brunnen laufen. In dichten Ton- oder Schluffböden hilft nur Vakuum, weil das Wasser in feinen Poren kaum frei fließt. Es löst sich erst, wenn ein Filter den Boden unter Unterdruck setzt. Als weitere Verfahren der geschlossenen Wasserhaltung kommen Gravitation oder Elektroosmose in Betracht. Im Unterschied zur offenen Wasserhaltung trocknet die geschlossene die Baugrube rasch und erlaubt ein zügiges Auskoffern. Oft übernimmt sie zusätzlich die Aufgabe von Abwehrbrunnen. Liegen bereits Beeinträchtigungen des Grundwassers vor, kann die geschlossene Förderwasserentnahme mit anschließender Aufbereitung die Qualität verbessern. Das gilt besonders, wenn das Wasser nach Reinigung in der Umgebung der Baugrube wieder eingeleitet wird.
Solche Maßnahmen der Wasserhaltung regelt das Wasserhaushaltsgesetz. Die Arbeiten sind nach Landesrecht erlaubn,ispflichtig. Zuständig ist in der Regel die Untere Wasserbehörde. Vor der Erteilung prüft sie mögliche Eingriffe in das Grundwasser. Nahe gelegene Grundwasserentnahmen dürfen durch die Wasserhaltung nicht beeinträchtigt werden. Gleiches gilt für die Einleitung von Wasser in die Kanalisation oder in oberirdische Gewässer. Auch hierfür ist eine wasserrechtliche Erlaubnis der Unteren Wasserbehörde nötig. Dem Antrag muss der Nachweis beiliegen, dass das anfallende Wasser nicht kontaminiert ist. Verunreinigtes Wasser ist zu sammeln und zu entsorgen oder vor der Einleitung zu reinigen.
Baupunkt eingestellt von: Redaktion Baumensch
Leistung: Bauleistung Rohbau & Aussen
Fachbereiche: Grube & Entwässerung 310
Baupunkt gehört zu diesem Projekt:
Neubau Einfamilienhaus Ratingen
Nutzung: Wohnen
Leistung: Dokumentation
Bauherr: Mittelstand
Autor: Redaktion Baumensch
Projekt ID: BP-57a0ac


