Auf dem Grundstück in Ratingen wurde kürzlich von einem Spezialtiefbau Unternehmen (Fritzsche Tiefbau aus Neuss) mit der Herstellung einer Trägerbohlwand zur Sicherung der Baugrube begonnen. Dafür wurden zunächst vertikale Stahlprofile (meist H-Träger) in regelmäßigen Abständen in den Boden eingebracht. Diese Träger bilden das tragende Gerüst der späteren Baugrubenwand. Der weitere Ausbau erfolgt nun schrittweise beim Auskoffern der Baugrube. Dabei wird der Boden nicht sofort vollständig ausgehoben, sondern lageweise in einzelnen Abschnitten entfernt. Nach jedem Aushubschritt werden horizontale Bohlen – häufig aus Holz – zwischen die Stahlprofile eingeschoben. So entsteht nach und nach eine geschlossene Wand, die das seitliche Nachrutschen des Erdreichs verhindert und die Baugrube stabilisiert. Für Außenstehende wirkt diese Bauweise in der Anfangsphase oft etwas ungewöhnlich: Zunächst sind nur die einzelnen Stahlträger sichtbar, während dazwischen noch Erdreich zu sehen ist. Erst mit dem fortschreitenden Aushub werden die Bohlen von oben nach unten eingesetzt, sodass sich die Wand Stück für Stück schließt. Auf Fotos von Baustellen erkennt man deshalb häufig zunächst nur die Stahlprofile, bevor später die eigentliche Wandstruktur sichtbar wird.
Die Trägerbohlwand ist eine vergleichsweise wirtschaftliche und flexible Methode der Baugrubensicherung, setzt jedoch geeignete Bodenverhältnisse voraus. Besonders geeignet ist sie bei relativ standfesten, nicht stark wasserführenden Böden. Bei sehr lockeren Böden oder bei hohem Grundwasserstand kann dieses Verfahren an seine Grenzen stoßen, da während des Aushubs Boden oder Wasser in die Baugrube nachströmen könnte. In solchen Fällen kommen häufig andere Baugrubensicherungen wie Spundwände oder Bohrpfahlwände zum Einsatz. Bei geeigneten Bedingungen ist die Trägerbohlwand jedoch eine bewährte und häufig eingesetzte Bauweise, insbesondere bei kleineren bis mittleren Baugruben oder bei Bauvorhaben in enger Nachbarschaft zu bestehenden Gebäuden.
Warum Trägerbohlwand bauen?
Wenn man eine Baugrube ausheben möchte, entsteht normalerweise eine Böschung. Wenn dafür kein Platz ist, baut man z.B. eine Trägerbohlwand. So läßt sich ein „Loch“ mit einer stabilen senkrechten Wand ausheben. Wenn es Nachbargebäude gibt, wie in diesem Fall, und ein größtmöglicher Keller entstehen soll (3 Meter Abstand zur Grundstücksgrenze ist Pflicht), kommt man nicht um diese Bauweise herum.
Baupunkt eingestellt von: Redaktion Baumensch
Leistung: Bauleistung Rohbau & Aussen
Fachbereiche: Baustelleneinrichtung 391, Freianlagen 732, Grube & Entwässerung 310, Gründung Drainage 320
Baupunkt gehört zu diesem Projekt:

