Projekt: Neubau Angertalbrücke A44

Da die Brücke über das Angertal noch nicht fertig ist, habe ich ein anderes Titelbild gewählt. Das Foto zeigt die Mintarder Brücke in Mülheim a.d.Ruhr im September 2019. Sie ist mit 1.830 Metern deutschlands längste Straßenbrücke aus Stahl und verläuft in Ost-West-Richtung über das Ruhrtal. Das Bauwerk ist längst zu einem Markenzeichen geworden. Ob die neue Brücke im Angertal auch diese Akzeptanz bekommt, bleibt abzuwarten.

Aus bautechnischer Sicht entstehen durch den Lückenschluss der A44 zwischen Velbert und Ratingen einige interessante Ingenieurbauwerke. Der Ostabschnitt des A44-Lückenschluss-Projektes wurde bereits am 13. April 2018 eröffnet. Sechs Brückenbauwerke waren zu errichten, darunter die beiden je 208 m langen Talbrücken Laubecker Bach und Ganslandsiepen. Sie wurden in Stahlverbundbauweise hergestellt. Profile aus Stahl mit einem Gewicht von ca. 1.100 Tonnen pro Stück wurden in mehreren sogenannten Takten über die Täler geschoben. Anschließend wurden mit einem Schalwagen, der über die Stahlprofile fährt, im „Pilgerschrittverfahren“ die Fahrbahnplatten aus Stahlbeton hergestellt. Pilgerschrittverfahren bedeutet: Die Fahrbahn wird nicht kontinuierlich durchbetoniert, sondern abschnittsweise. Zuerst die Brückenfelder – das sind die Bauteile zwischen den Stützen und danach die fehlenden Flächen über den Stützen. Durch diesen Ablauf reduzieren sich die Zugspannungen und somit die Rissbildung im Stützbereich über den Pfeilern.

Jetzt kommt der Westabschnitt der A44

Im aktuellen Bauabschnitt werden drei Talbrücken mit Längen von 129 m (Kaltenbach), 216 m (Homberger Bachtal) und 384 Meter (Angerbach) errichtet. Die Brücke Angerbach ist schon im Bau. Die folgenden drei Bilder Zeigen den aktuellen Bautenstand. Auf dem ersten Foto erkennt man den sogenannten Vorbauschnabel am Hohlkasten des rechten Überbaus, der langsam auf den ersten Brückenpfeiler zuläuft. Bei Wikipedia werden die Fachbegriffe der Brückenkonstruktion erklärt. (Überbau usw.).

Beim Taktschiebeverfahren werden fabrikmäßig vorgefertigte Abschnitte (Takten) hinter dem Widerlager zunächst miteinander verbunden. Anschließend wird der neue Brückenabschnitt einige Millimeter angehoben und um eine Taktlänge zusammen mit den anderen schon fertigen Takten in Richtung Brückenachse nach vorne verschoben. Dies erfolgt mittels hydraulischer Pressen und auf Gleitlagern. Am vordersten Teilstück wird ein stählerner Vorbauschnabel montiert, um die beim Verschieben bis zum Erreichen der Stützen auftretenden Kragmomente zu reduzieren.

Die obere Grafik stammt von Wikipedia und zeigt das Bauprinzip. Die Hohlkastenquerschnitte, so wie sie in Velbert verbaut werden, sind für das Takt-Verfahren besonders gut geeignet, denn die Elemente sind verhältnismäßig leicht – anders als Betonquerschnitte. Das Verfahren ist daher wirtschaftlich, hat aber dennoch einen Nachteil: Der Querschnitt und die Konstruktionshöhe des Überbaus muss gleichbleibend sein und die Maße richten sich nach der größten Spannweite des Trägers.

Die mächtigen Pfeiler warten auf die Fahrbahn. Die abschnittsweise eingeschobenen Holkästen werden in Werkshallen hergestellt und vormontiert. Die Teilstücke können sogar unterschiedliche Längen haben und die Größe einzelnen Elemente ist nur durch das Transportmittel zur Baustelle begrenzt.

Visualisierung der fertigen Angertalbrücke

Bild: Keipke Architekten

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Adresse: Hofermühle 29, 42579 Heiligenhaus

Nutzung: Infrastruktur

Bauherr: Öffentliche & Träger

Projekt eingestellt von: Max

Projektleistungen: Dokumentation

Zielgruppen: Bauherren, Bauingenieure, Handwerker und Bauunternehmer

Projekt ID: BP-b0d47c

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