Remote Work Frau steht am Whiteboard

Virtuelle Firma durch Digitalisierung | Remote Work für Architekten und Planer | Teil 2

Remote Work wäre ohne Digitale Technologie nicht möglich. Dinge wie Breitband-Internet und Cloud-Computing machen Remote-Arbeit erst möglich. Moderne Teams verwenden normalerweise eine Kombination aus Messenger, E-Mail, Videokonferenzen, Cloud-Dokumenten und Projektmanagement-Software. Es tausende Tools für jede Anforderung: Roadmapping-Tools für Produktmanager, Tracker speziell für Ingenieure und viele mehr.

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Die ewig gestrigen Argumente und Mythen gegen Remote Work

Mythos Nr. 1: Fernarbeiter sind einsam und unglücklich: Es gibt Klischees und falsche Bilder beim Gedanken an Fernarbeit: der Berater in einem dunklen Raum, der Ingenieur, der niemals das Haus verlässt und der nur den Pizzaboten kennt. In Wahrheit fühlt sich der Fernarbeiter nur selten isoliert. Remote-Arbeiten bedeutet nämlich nicht, ausschließlich von zu Hause, ohne soziale Interaktionen, zu arbeiten. Durch die Popularität von Remote-Working entstand ein neuer Markt: Coworking Spaces, Bibliotheken, Cafés und Restaurants, die mit Ladestationen und „ruhige“ Bereiche ergänzt haben, um Remote-Workern einen angenehmen Ort zu bieten. Viele Menschen haben dadurch erst den Zugang zu ihren lokalen Gemeinschaften bekommen! Neue lokale Netzwerke und Kontakte zu anderen Remote-Workern im Ort sind entstanden. Viele Menschen entscheiden sich für Fernarbeit, um ihre Lebensqualität zu verbessern. So können sie ein besseres Elternteil, ein besserer Freund und Partner sein. Laut einer Umfrage von FlexJobs sind: Work-Life-Balance (75%), Familienleben (45%), Zeitersparnis (42%) und Reduzierung des Pendel-Stresses (41%) die vier Hauptgründe für einer Suche nach flexibler Arbeit. Menschen fühlen sich glücklicher und produktiver, wenn sie die Kontrolle über ihre Zeitpläne und ihr Leben haben. Die Work-Life-Balance und die Familie stehen ganz oben auf der Liste der Gründe, warum Menschen von zu Hause aus arbeiten.

Mythos Nr. 2: Die Qualität der Kommunikation nimmt ab: Ein weiterer populärer Mythos, der häufig mit Fernarbeit in Verbindung gebracht wird, ist, dass er zu schlechter Kommunikation führt. Einige Leute glauben, dass Teams viel Zeit miteinander verbringen müssen, um erfolgreich zu sein, und dass sie ohne den direkten Kontakt weniger dynamisch sind. Es stimmt, dass Remote-Teams in unterschiedlichen Zeitzonen eine Herausforderung darstellen und einige Projekte eine persönliche Zusammenarbeit erfordern. Viele erfolgreiche Remote-Unternehmen versammeln daher ihre Teams immer dann an einen Standort, wenn Projekte mit sehr hoher Priorität zu bewältigen sind. Es ist jedoch überhaupt nicht erforderlich, vom selben Ort oder sogar von derselben Zeitzone aus zu arbeiten. Mit modernen Tools (s.o.) bleiben die Teams trotzdem zusammen. Die Arbeit in unterschiedlichen Zeitzonen ermutigen die Teamkollegen dazu, autonomer und absichtlicher asynchron zu kommunizieren (Messenger). Menschen, die Fähigkeit haben auch asynchron gut zu kommunizieren sind viel stärker und haben gegenüber anderen, die persönliche Präsenz benötigen, um Entscheidungen  zu treffen, einen Wettbewerbsvorteil.

Mythos Nr. 3: Remote-Meetings sind unwirksam: Der Mythos, dass Online-Meetings ineffektiv sind, muss in Frage gestellt werden!  Online Meetings brauchen mehr Vorbereitung. Wenn immer die richtigen Personen eingeladen werden, immer eine Agenda genutzt wird und vorher Hausaufgaben verteilt wurden, sind die Teilnehmer im Meeting meistens gut vorbereitet und handlungsorientiert sein. Das führt zu mehr Effizienz. Remote-Meetings schaffen ein Gefühl der Dringlichkeit. Die Teilnehmer möchten keine Zeit verschwenden, besonders, wenn der Teamkollege elf Stunden entfernt ist und man sich spät abends oder früh morgens trifft.

Mythos Nr. 4: Die Produktivität nimmt ab. Moderne Unternehmen bevorzugen räumlich offene Bürostrukturen. Aber die Mehrheit der betroffenen Mitarbeiter gibt an, sich in dieser Art von Umgebung abgelenkt und gestresst zu fühlen! Statistiken über offene Bürostrukturen sind ernüchternd: 31% der Menschen halten mit ihren wahren Gedanken und Meinungen hinter dem Berg, während sie dort telefonierten. Sie möchten nicht, dass andere sie hören und sie dadurch beurteilen. Bei sechzehn Prozent der Mitarbeiter in Großraumbüros hat sich die allgemeine Gesundheitsqualität verschlechtert. Zu Hause ist man offener und braucht sich über die Kollegen nebenan nicht zu kümmern. Das hilft sowohl bei der Konzentration als auch bei der Kommunikation.

Mythos Nr. 5: Es entsteht keine Teamkultur. Teamkultur setzt sich zusammen aus: Werten, Überzeugungen, Einstellungen und Verhaltensweisen. Das sind die Elemente einer Gemeinschaft von Menschen. Es stimmt, dass man zum Aufbau einer Remote-Teamkultur alle übliche Konventionen überdenken muss: die Rekrutierung und Einbindung von Kollegen, die Leistungsbeurteilung, und das Projektmanagement. Bei guter Kommunikation gelingt die Teamkultur auch in Remote-Teams! Es geht um gemeinsame Werte, die es Menschen ermöglichen, unabhängig zu handeln, sich aber dennoch einer größeren Gruppe zugehörig zu fühlen, die dasselbe Ziel verfolgt.

Gemeinsame Werte sind der Schlüssel für Teamkultur im Remote-Team

Schaffe als Teamleiter einen virtuellen Raum, um die Ziele und Werte als Team zu skizzieren. Arbeite mit deinen Kollegen zusammen, um die Mission, Vision und Grundwerte zu entwickeln und sie in einem freigegebenen Dokument oder auf einem virtuellen Whiteboard zu skizzieren, damit sich diese jeder immer wieder ansehen und sicherstellen kann, dass seine persönlichen Ziele darauf abgestimmt sind. Lege vierteljährliche oder monatliche Check-ins fest, um die Leistung anhand dieser Werte zu verfolgen. Sei Vorbild! Wenn es um gesunde, flexible Arbeitsregelung geht, können Teamleiter mit gutem Beispiel vorangehen. Wenn Führungskräfte die Möglichkeiten der Fernarbeit und der flexiblen Arbeit nutzen, können ihre Mitarbeiter leichter in ihre Fußstapfen treten.

Tipps für das Wir-Gefühl im Remote Team

Nimm als Teamleiter und Organisator von Online-Meetings immer Rücksicht auf private Zeitfenster der Teilnehmer. Du möchtest auch nicht zur Frühstückszeit zu einem Meeting eingeladen werden. Mach dich sich mit der Arbeitsumgebung deiner Teammitglieder vertraut. Wenn diese in einem anderen Standort arbeiten, buche die bestmöglichen Besprechungsräume. Nimm dir zu Beginn eines jeden Meetings einen Moment Zeit, um sich auf persönliche Dinge, wie das Fußballspiel der Kinder oder den bevorstehenden Urlaub zu konzentrieren. Sprich über das, was du am Wochenende getan hast. Diese persönlichen Gespräche sind kein Smalltalk, sondern sehr entscheidend für den Aufbau von Beziehungen und der Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls! Vergiss die kleinen Dinge nicht. Veranstalte virtuelle Happy Hours oder eine Frühstückssitzung, in der Menschen aus demselben Bereich ihre Themen diskutieren können. Schick deinen Leuten eine Karte zum Geburtstag oder zu anderen Anlässen. Wenn das geht, dann bestelle einen Kaffee oder einen Snack für Remote-Mitarbeiter, die an Besprechungen teilnehmen. So fühlen sich alle besser einbezogen.

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