Die Webseite von Bauexperten

Wer als selbstständiger Unternehmer keine eigene Webseite hat, gilt als rückständig. Das stimmt natürlich nicht, denn noch lange nicht jedes Business braucht eine Online-Präsenz. Eine gute Eisdiele zum Beispiel wird auch in Zukunft ohne Webseite viele Kunden haben. Bei Architekten und Ingenieuren ist das etwas anders. Doch auch die brauchen keine eigene Webseite und können trotzdem online präsent sein. Wie das geht, erfährst du in diesem Beitrag.

Sinn und Zweck

Noch bis vor wenigen Jahren galt auch unter Architekten und Ingenieuren eine gute Internetseite als Alleinstellungs- und Qualitätsmerkmal und als Zeichen von Modernität. Heute ist eine Business-Webseite selbstverständlich. Ich jedenfalls informiere mich online über einen Auftragnehmer, den ich für ein Bauprojekt in Erwägung ziehe.

Manchmal habe ich ihn persönlich kennengelernt, manchmal wurde er mir empfohlen und in vielen anderen Fällen stelle ich eigene Recherchen an, um neue Baupartner zu finden. Es macht erfahrungsgemäß Sinn, gelegentlich mit neuen Dienstleistern zusammenzuarbeiten, denn so kommen immer wieder gute Ideen und neue Partner ins Spiel. Für meine Recherche nutze ich natürlich in erster Linie Google & Co..

Die digitaleVisitenkarte

Bei meiner Recherche stelle ich immer wieder fest, dass Planungsbüros ihre Webseite vor allem als Digitale Visitenkarte nutzen. Also zur Projekt – und Büropräsentation. Klar, eine gute Homepage ist ein digitales Aushängeschild und natürlich spielen Eitelkeiten dabei auch Rolle, kann doch theoretisch die ganze Welt am eigenen Wirken teilhaben. Daher dürften das auch die Hauptgründe für die Entscheidung zur eigene Webseite sein:

  • Die Webseite ist Ausdruck von Kreativität und Designkompetenz
  • Sie ist der virtuelle Showroom für Projekte
  • Sie bietet zusammen mit der E-Mail-Adresse eine einheitliche URL

Besonders Architekten legen viel Wert auf eine individuelle Gestaltung – Design ist schließlich Teil ihrer Arbeit. Doch beim Webseiten-Design lauern Gefahren! Unkonventionelles Webdesign geht fast immer auf Kosten der Usability und der Lesbarkeit.

Bei Usability oder User Experience (abgekürzt UX) geht es im Kern darum, wie effizient Besucher sich auf der Webseite „bewegen“ können. Auch die Fehleranfälligkeit und allgemeine Gefälligkeit spielen beim Aufbau eine Rolle. Man muss eben wirklich verstehen, was die eigene Zielgruppe erwartet. Daran wird die Usability ausgerichtet. Damit Suchmaschinen die Webseite auch gut „verstehen“, ist darüber hinaus viel programmiertechnisches Know-how gefragt.

Vorteil mit guter Web-Technik

Im übertragenen Sinn handelt es sich bei vielen Webseiten augenscheinlich um moderne, komfortable Fahrzeuge in hochwertigem Gewand. Doch Motor und Elektronik stammen aus dem letzten Jahrhundert. Die unsichbare Technik „unter der Haube“ wird vernachlässigt. Genau wie beim Auto, hängt auch bei einer Webseite viel von der Technik ab. Sie sorgt für die Zuverlässigkeit und das Funktionieren. Programmstruktur und Aufbau entscheidet über die Web-Performance und Maschinenlesbarkeit. Anders als menschliche Besucher sehen sich die Suchmaschinen den Programmcode sehr genau an.webseite

Akquisition übers Internet

Geschäftsführer aus der Planerbranche bestätigen mir immer wieder, dass sie ihre Aufträge fast ausschließlich über persönliche Kontakte generieren. „Das Internet spielt keine Rolle. Immobilien ist peoples business“. Unter echter Akquisition übers Internet verstehe ich: Die Planungspartner kennen sich noch nicht. Es wurde weder keine Visitenkarte überreicht, noch gab es persönliche Tipps oder Empfehlungen. Der Suchende nutzt ganz einfach eine Suchmaschinen für seine Recherche nach einem neuen Planungsbüro.

Soll aus Sicht des Planers eine gute Platzierung nicht teuer gekauft werden, muss seine Webseite nun zeigen, was sie wirklich kann. Die organische Sichtbarkeit im Internet ist das, was wirklich zählt. Die Webseite muss sich dabei gegen Mitbewerber durchsetzen und im Suchergebnis auf Seite eins landen! Dann stehen die Chancen gut, dass der Link zur Webseite angeklickt wird.

Eine Webseite muss also nicht nur Visitenkarte, sondern zugleich auch Plakat und Werbetafel sein. Sie sollte die Zielgruppe perfekt ansprechen und Aufmaerksamkeit erzeugen. Dabei sollten die Marketing-Ziele vorher gut überlegt sein. Die Webseite muss also zwei Funktionen gut abdecken können:

  1. Werbung & Marketing = Akteure kennen sich nicht
  2. Visitenkarte = Akteure kennen sich schon

 

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Eine gestalterisch ansprechende Webseite kann inzwischen auch ein Laie mit geringem Aufwand bauen. Dafür gibt es zahllose Online-Baukastensysteme. Sicher hat das mit zum Wachstum der letzten Jahre beigetragen: Die Grafik zeigt die Zahl der Webseiten bis 2020: Weltweit gibt es im Jahr 2018 schon 1,2 Mrd. Seiten. Das Gefunden-werden ist daher DIE Herausforderung. Nicht umsonst gibt es viele IT-Dienstleister , die sich auf SEO spezialisiert haben (Search Engine Optimization). Letztlich entscheiden Suchmaschinen über Wohl und Wehe jeder einzelnen Seite im Internet. Tückisch ist, dass keiner wirklich alle Kriterien kennt. Es gibt viel Halbwissen und Vermutungen über die Algorithmen von Google & Co.

Wie funktioniert das Ranking von Webseiten

Tausende sogenannte Webcrawler von Suchmaschinen durchforsten unermüdlich das Internet – ähnlich wie Spürhunde. Sie lesen jede gefundene Seite aus und interpretieren den Inhalt. Dann sortieren und bewerten sie diese nach deren Qualität. Suchmaschinen entscheiden dann an welcher Position im Suchergebnis die gescannte Webseite erscheint, nachdem ein Nutzer auf Google bestimmte Suchbegriffe eingegeben hat. Um beim Ergebnis ganz nach oben zu kommen, muss man daher wissen, wie Suchmaschinen „denken“. Webseiten müssen inhaltlich und technisch darauf ausgerichtet werden. Hinzu kommt, dass sich die Kriterien (Algorithmen) fast täglich ändern! Kein Unternehmen ist in der Lage, seine Webseiten ständig an die aktuellen Anforderungen anzupassen. Nicht einmal die großen Büros können das leisten und die Herausforderung wächst, weil täglich hunderttausende Seiten neu hinzukommen.

Die Qualität von Webseiten indes bemisst sich an zwei Dingen: Inhalt und Technik. Mit Inhalt sind die „sichtbaren“ Elemente gemeint: Text, Formatierung usw. Mit Technik meine ich alles, was unsichtbar bleibt: Server, Programmiersprache, Struktur usw.. Dann gibt es noch die sich überschneidenden Qualitäten, z.B. die Responsität. Darunter versteht man die Darstellung ein und desselben Inhaltes auf verschiedenen Displays. Erst die smarte Programmiertechnik ermöglicht die verschiedenen Darstellungsformen. Gleichzeitig ist gute Responsivität ein wichtiger  Faktor für das Suchmaschinen-Ranking.

Die logische Schlussfolgerung: Architekten und Ingenieure können im Wettlauf um gute Platzierungen nur mithalten, wenn sie Plattformen nutzen, welche alle technischen Themen für sie übernehmen. Plattformen wie Baumensch sorgen im Hintergrund für die technische Optimierung, während sich der einzelne Nutzer auf seine Inhalte konzentrieren kann: Texte, Bilder, Videos usw..

Tipps zur Erstellung guter Webseiten

  • Zielgruppe ansprechen und auf deren Bedürfnisse eingehen
  • Einfache Bedienung ermöglichen: Klare Struktur, intuitive und verständliche Navigation
  • Spannender Inhalt: Mit langweiligen Fakten gewinnt man keine Kunden
  • Individuell passendes Format für die Inhalte wählen, z.B. Videos oder Podcasts
  • Interaktionen ermöglichen: Besucher aktiveren und mit praktischen Hilfen unterstützen
  • Ein Content Management System (CMS) nutzen
  • Responsive Design: Webseiten sehen auf allen Endgeräten gut aus
  • Die Webseite muss von der Zielgruppen gefunden werden. Logisch: Sie wirken erst, wenn sie auch gesehen werden.

No-Gos für deine Webseite

  • Flash: Schon Mitte 2016 berichten Mainstream-Medien über das Aus von Flash auf Webseiten. Wer heute noch Flash auf seinen Seiten nutzt, wird nicht gefunden bzw. die Seiten werden mit Standardbrowsern gar nicht mehr angezeigt
  • Unkomprimierte oder zu große Bilder. Es gibt im Netz unendlich viele Tipps, wie du das am besten anstellt und worauf du achten solltest. Mein Lieblingstool zum Komprimieren ist TinyJPG.