Baumensch Fuckup Stories

Lernen aus gebauten Fehlern

Wir lernen mehr aus praktisch gebauten Fehlern, als theoretisch aus dem Lehrbuch. Fehler macht jeder, doch leider hemmt unser Streben nach Perfektion uns darüber zu sprechen. Schon von den Fuckup-Nights gehört? Das Format findet in den letzten Jahren immer mehr Freunde. Die globale Bewegung startete in Mexiko. Bei den Fuckup-Nights präsentieren Unternehmer oder Startups ihre Misserfolge live vor Publikum. Im Startup-Bereich hat dieses Format einen festen Platz im Terminkalender. Die Baubranche hinkt da noch etwas hinterher – macht nix.

Wir fangen jetzt einfach damit an, denn das Thema passt wunderbar und die Geschichten sind interessant für alle: Baufachleute und Bauherren.

Aus eigenen Fehlern lernt man am meisten, auch wenn man sie am liebsten vermeiden würde. Andere beim Scheitern zu beobachten tut weniger weh. Lernen kann man dabei trotzdem. Leider ergibt sich selten die Gelegenheit, denn die meisten sprechen nicht gerne über ihre Missgeschicke und Fehlentscheidungen.

Fantasiewelten

Branchenmagazine zeigen gerne spannende Projekte, cooles Design und interessante Menschen. Über die Arbeit von Kollegen zu erfahren ist inspirierend und lehrreich. Dennoch fehlt mir in vielen Beiträgen der Bezug zu meiner erlebten Realität. Auf Dauer langweilen mich zu viele dieser Erfolgsstories. Die makellose Perfektion gaukelt eine Fantasiewelt vor, die wenig mit dem Berufsalltag zu tun hat. Fast scheint es so, als gebe der Zeitgeist vor, was zu schreiben ist. Alles ist super. Alles ist gut. BIM, Bam und Klingelingeling. Kein Wort über ungelöste Teilaspekte. Kein Wort über holperige Projektverläufe oder nicht erreichte Projektziele – und besonders: kein Wort über Fehlentscheidungen und Dinge, die man in Zukunft vermeiden will.

Manchmal klappt es nicht

Irgendetwas läuft immer schief, und nicht selten erreicht man das geplante Ziel nicht. Als erfahrener Projektmanager weißt du das sicher auch und bist darauf vorbereitet. Du änderst und passt an – manchmal erst im Bauprozess – um das Planungsziel zu treffen. Nicht immer gelingt es dir. Ich glaube, viele machen diese Erfahrungen. Nur erfährst du das nicht, denn darüber spricht man nicht gerne. Warum ist das eigentlich so?

Die Planung an geänderte Bedingungen anzupassen ist die Königsdisziplin im Projektmanagement. Projekte zu steuern bedeutet eben manchmal auch: den Kurs zu verlassen. Denn Kosten und Termine müssen gehalten werden. Verantwortliche Projektleiter müssen immer wieder Kompromisse eingehen, die gegen eigene Überzeugungen sprechen. Das Ergebnis ist dann nicht immer optimal. Dabei geht nicht nur um verlorene Zeit, sondern besonders um die Konsequenzen für den Lebenszyklus der Immobilie. Lässt sich das in Zukunft vermeiden? Wird Digitalisierung dabei helfen?

Beim nächsten Mal anders

Dumm gelaufen? Projekt übergeben, Bauherr zufrieden – und trotzdem würdest du es beim nächsten Mal anders machen… Wenn du diese Erfahrungen kennst, dann hast du schon eine Fuckup-Story. Schreibe darüber einen Artikel bei uns oder sende uns deine Story zu. Erzähle, was du durch deine Erfarungen gelernt hast und was in Zukunft anders laufen muss. Es gibt gute Gründe, das zu veröffentlichen:

  1. Es ist authentisch und du hilfst damit Kollegen. Das zeugt von Größe.
  2. Du zeigst dich als Bauexperte und Suchmaschinen finden dich über den Artikel. So bekommst du überregional neue Kontakte zu Auftraggebern und Projektpartnern.

Eins ist mir noch wichtig: Neugierig auf Fuckup-Stories zu sein hat nichts mit Schadenfreude zu tun. Hierzu gibt es einen wunderbaren Artikel in der OZ (zum Artikel). Die Neugier entsteht aus einem ganz einfachen Grund: Menschen wollen ohne eigenen Schaden lernen. Das ist etwas sehr Positives, finde ich.

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