bauabnahme mit bauherr

Risiko für private Bauherren

Ein Haus zu bauen ist komplex. Dennoch verzichten viele Bauherren auf die Begleitung durch Profis – es herrscht gefährliche Sorglosigkeit. Nach meiner Erfahrung als Bauberater würden es die meisten Bauherren “im Nachhinein anders” machen. Nicht einmal jeder zweite lässt die Bauunterlagen von unabhängigen Experten prüfen. Bei Verträgen mit Bauträgern, Baufirmen oder Handwerkern sieht es noch schlimmer aus. Und nur ein Drittel der Bauherren nehmen das Bauwerk nach der Fertigstellung mit sachkundiger Unterstützung ab. Eigentümer stellen oft erst nach Jahren fest, dass ihnen die Bestandszeichnungen ihres eigenen Hauses (!) fehlen, weil der Bauunternehmer oder Bauträger die Aushändigung dieser wichtigen Dokumentation vertraglich ausgeschlossen hat. Diese und andere Fallen lassen sich vermeiden.

Risiko beim Bauen für Bauherren

Das Risiko für Bauherren ist groß: Kein Bauherr kann Bauzeichnungen, Verträge und Ausführung wirklich fachlich richtig beurteilen. Er müsste Jurist, Architekt und Bauingenieur zugleich sein. Stolpersteine lauern überall: Schon vor Baubeginn können unklar formulierte Verträge das Konfliktpotenzial erhöhen und Missverständnisse sind vorprogrammiert. Dabei ist besonders zu Beginn Transparenz und umfängliche Aufklärung der Bauherren wichtig. Diese gehen davon aus, dass bestimmte Leistungen logischerweise im Vertrag enthalten sind, was leider nicht immer der Fall ist. Wenn Bauleistungen plötzlich extra berechnet werden, entstehen Konflikte. Oft sind auch Art und Qualität der verbauten Materialien nicht ordentlich definiert – wenn die gebauten Realität anders als erwartet ist, führt das ebenfalls zu Streit.

Sorglosigkeit bei der Prüfung der Bauunterlagen

Gefährliche Sorglosigkeit herrscht auch im Zusammenhang mit Planungsunterlagen. Bauzeichnungen erscheinen häufig sehr abstrakt. Laien können die Beschriftungen und Maßangaben in Zeichnungen schlecht interpretieren. Sie können nicht einschätzen, ob zum Beispiel ein Durchgang groß genug bemessen wurde. Es fehlt das “Gefühl” für die tatsächlichen Größenverhältnisse. Für viele Bauherren wird das erst nach der Errichtung ersichtlich. Zu spät, denn nachträgliche Änderungen sind teuer. Nach der Erfahrung würden zwei von drei Bauherren es heute anders machen.

Beratung ist günstiger

Viele Planungsfehler lassen sich im Nachhinein nur mit großem Aufwand korrigieren. Aus diesem Grund ist es wirklich notwendig, in jeder Bauphase den richtigen Experten zu Rate zu ziehen: Bei der Planung, während der Ausführung und bei der Abnahme.